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Dölitz
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Dölitz ist ein Stadtteil im Stadtbezirk SĂŒd von Leipzig. Er bildet zusammen mit Dösen den Ortsteil Dölitz-Dösen.

Contents

‱ Lage
‱ Geschichte
‱ Rittergut
‱ Politik
‱ Wirtschaft
‱ Verkehr
‱ Straßen
‱ Weblinks

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Lage

Dölitz liegt knapp 6 km sĂŒdlich des Leipziger Stadtzentrums am östlichen Rand der Pleißenaue. Seine Nachbarstadtteile bzw. -orte im Uhrzeigersinn, von Norden beginnend, sind Connewitz, LĂ¶ĂŸnig, Dösen und Markkleeberg mit seinen Teilen Markkleeberg-Ost und Raschwitz. Zu Dölitz gehört ein Teil des Leipziger Auenwaldes, der hier den agra-Park bildet. Die Dölitzer Bebauung befindet sich an seinem östlichen Rand.

Der Leinegraben durchquert den Stadtteil von Meusdorf ĂŒber Dösen kommend von Ost nach West, allerdings seit 1889 teilweise verrohrt. Er mĂŒndet in die MĂŒhlpleiße, die sich entlang der westlichen Bebauungsgrenze erstreckt. Dölitz ist ein nahezu reines Wohngebiet, das sowohl noch Bauten aus seiner dörflichen Vergangenheit aufweist als auch grĂŒnderzeitliche Wohnquartiere sowie Bauten aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg.

Geschichte

Der Ortsname Dölitz stammt aus dem Sorbischen.cite-ref-1[1] Er verweist auf eine natĂŒrliche Gegebenheit, nĂ€mlich die Lage in einem Tal (*doƂ ‘Tal’). Die bevorzugten altsorbischen Siedlungslagen befanden sich direkt an GewĂ€ssern.

Rittergut

1262 wurde erstmals ein Johannes von Doluz erwĂ€hnt und 1348 im Lehnsbuch der Meißnischen Markgrafen ein Gut Dolizc, wahrscheinlich eine Wasserburg, mit den Besitzern Heinrich von Haldeken und Erich von Trewin.cite-ref-pl-2-0[2] 1451 gelangte es zusammen mit dem Vorwerk Meusdorf in den Besitz des Andreas von Crostewitz. 1540 wurde der Besitz derer von Crostewitz durch Heinrich den Frommen bestĂ€tigt und auf die MĂŒhle und den Gasthof ausgedehnt. Um 1550 errichteten die von Crostewitz ein Renaissance-Schloss.

1636 kaufte der Leipziger Rats- und Handelsherr Georg Winckler (1582–1654) das Gut von den verarmten Crostewitzens und ließ von Leipziger Baumeistern das verwahrloste Schloss erneuern und umbauen. Der Schlossbau war eine drei Etagen hohe VierflĂŒgelanlage mit Innenhof, die von einem oktogonalen Dachreiter mit barocker Haube ĂŒberragt wurde. In dieser Form blieb das Schloss auch bei spĂ€teren kleinen Umbauten bis zum Schluss erhalten.

Georg Winckler wurde 1650 von Kaiser Ferdinand III. geadelt. Er war der Ahnherr einer weit verzweigten Familie, deren Mitglieder in den folgenden Generationen in der Landesverwaltung, beim MilitĂ€r, in stĂ€dtischen Ämtern (z. B. BĂŒrgermeister in Leipzig, Ratsherren, Baumeister) oder als Kaufleute tĂ€tig waren. Die Familie hatte in der Gegend umfangreiche Besitzungen. Das Gut Dölitz blieb ĂŒber zehn Generationen fast 300 Jahre in Familienbesitz.cite-ref-im-3-0[3]

Nach dem Tod Georg von Wincklers ĂŒbernahm Andreas von Winckler, der zweite seiner vier Söhne, das Gut Dölitz. Dieser ließ 1670 auf den alten Grundmauern das Torhaus des Schlosses mit anschließender Scheune neu errichten. Das Torhaus stand quasi auf einer Insel, denn ein Zweig der MĂŒhlpleiße verlief durch den Schlosshof, wĂ€hrend das Torhaus von außen auch nur ĂŒber eine BrĂŒcke zu erreichen war.

WĂ€hrend der Völkerschlacht bei Leipzig war das Gut Dölitz heftig umkĂ€mpft. Die Franzosen konnten das Gut gegen mehrfache Angriffe der österreichischen Truppen am 16. und 18. Oktober 1813 halten, bis sie in der Nacht vom 18. zum 19. ungehindert den RĂŒckzug antraten. Das Torhaus ist das letzte noch erhaltene GebĂ€ude in Dölitz, das im Verlauf der Völkerschlacht eine wichtige Rolle gespielt hat.

Trotz einiger Umbauten behielt das Schloss Dölitz bis ins 20. Jahrhundert seine ursprĂŒngliche Gestalt. 1925 wurde der bis dahin selbststĂ€ndige Rittergutsbezirk der Leipziger Stadtverwaltung unterstellt, und 1927 verkauften es die von Wincklerschen Erben der Stadt Leipzig. Diese richtete 1931 im Schlossgarten eine reformpĂ€dagogische FreiluftunterrichtsstĂ€tte mit Schlechtwetter-UnterkĂŒnften im Schloss ein. WĂ€hrend des Zweiten Weltkriegs war im Schloss auch ein Kindergarten untergebracht.

In der Nacht vom 20. zum 21. Februar 1944 wurde durch Luftdruck und Splitter einer in der NÀhe eingeschlagenen Sprengbombe das Schloss schwer beschÀdigt. Wegen fehlender Mittel zum Wiederaufbau in der Nachkriegszeit verfiel das Schloss immer mehr und wurde 1947 gesprengt. Das Torhaus blieb, auch beim Brand der benachbarten Scheune 1953, erhalten und wurde mehrfach renoviert (1957/1958, 1986). Seit 1960 beherbergt es eine kulturhistorische Zinnfigurenausstellung zu den Ereignissen der Völkerschlacht.

In die Literatur ist das Schloss Dölitz durch die ErzĂ€hlung „Irrfahrt bei Leipzig“ von Margarete zur Bentlage eingegangen, in der ein unbenanntes Schloss im SĂŒden Leipzigs eine Rolle spielt, durch eine Zeichnung im Buch aber als Dölitz zu erkennen ist.

Dorf Dölitz

Die sorbische Besiedlung der Dölitzer Flur begann im 8. Jahrhundert in der NĂ€he der heutigen Helenenstraße. Die Bauern betrieben Getreideanbau, Vieh- und Bienenzucht sowie Fischfang. Ab etwa dem elften Jahrhundert wurde die sorbische Bevölkerung im Zuge der deutschen Ostexpansion und der folgenden bĂ€uerlichen Landnahme von den deutschen Siedlern entweder verdrĂ€ngt oder in einem langen Prozess assimiliert. In Dölitz dominierten am alten Dorfplatz bald die deutschen Siedler, wĂ€hrend die verdrĂ€ngten Sorben im so genannten Neudörfchen am Weg nach Probstheida (heute Friederikenstraße) siedelten. Das lange Nebeneinander ist auch daran zu erkennen, dass bis 1327 Sorbisch neben Deutsch noch Gerichtssprache war.cite-ref-pl-2-1[2]

In der ersten HĂ€lfte des 13. Jahrhunderts taten sich die drei benachbarten Dörfer Dölitz, LĂ¶ĂŸnig und Connewitz zusammen und erbauten zum Betrieb ihrer MĂŒhlen einen MĂŒhlgraben, die heutige MĂŒhlpleiße. In der zweiten HĂ€lfte des 15. Jahrhunderts diente der MĂŒhlgraben noch einem anderen Zweck; es wurde Brennholz geflĂ¶ĂŸt und auf dem Platz zwischen Dölitz und LĂ¶ĂŸnig gestapelt.

Bereits 1459 wurde in Dölitz ein Kretscham urkundlich erwĂ€hnt. Er befand sich etwa an dem Platz der nördlichen EinmĂŒndung der Helenenstraße in die Bornaische Straße – im Volksmund „der Markt“ –, wo im 19. Jahrhundert der heute verfallene Gasthof „Zum Reiter“ entstand. Der Kretscham diente unter anderem als Ausspanne fĂŒr Handelsfuhrwerke von und nach Leipzig auf der Via imperii, die seit dem Hochmittelalter durch Dölitz fĂŒhrte. Diese Straße von Italien bis LĂŒbeck war fĂŒr die Entwicklung von Dölitz wesentlich mitbestimmend. 1692 verkehrte auf ihr durch Dölitz erstmals die Fahrende Post ĂŒber Zwickau bis Schneeberg und spĂ€ter bis Prag. Die Straße verlor an Bedeutung fĂŒr den Fernverkehr, als 1817 die Straße von Probstheida ĂŒber Magdeborn nach Borna, die spĂ€tere Fernverkehrsstraße F95, eröffnet wurde.

Von den ĂŒblichen Plagen wurde Dölitz auch nicht verschont. Von 1632 bis 1642 wĂŒteten mehrere Pestepidemien, denen 300 Dölitzer zum Opfer fielen. WĂ€hrend des DreißigjĂ€hrigen Krieges wurden Dorf und Gut mehrmals von den Kaiserlichen und den Schweden geplĂŒndert, und in der Völkerschlacht wurden wĂ€hrend des RĂŒckzugs der napoleonischen Truppen 26 GebĂ€ude des Dorfes beschĂ€digt oder zerstört.

Dölitz hatte nie eine eigene Kirche. Georg Winckler, der Enkel des Erwerbers des Schlosses, unternahm diesbezĂŒglich zwei vergebliche Versuche beim sĂ€chsischen Hofe. Dölitz war zunĂ€chst nach Probstheida eingepfarrt (1540) und ab 1580 nach Markkleeberg.cite-ref-hov-4-0[4] Deshalb gingen die Kinder auch hierhin zur Schule, bis Dölitz 1827 im MĂŒhlweg (heute Vollhardtstraße) sein erstes Schulhaus mit einem Klassenraum fĂŒr ĂŒber 120 SchĂŒler erhielt. 1881/1883 entstand an der Bornaischen Straße die bis 1905 genutzte zweite Dölitzer Schule mit drei Stockwerken, die spĂ€ter als Gemeindeamt und Wohnhaus, als Polizeiwache und ab 1952 als Heim der evangelischen Kirche diente. Das dritte, bis heute als 8. Schule - Grundschule genutzte SchulgebĂ€ude entstand 1904/1905 an der Wincklerstraße.

Ab der Mitte des 18. Jahrhunderts wurde Dölitz fĂŒr Leipziger BĂŒrger als Sommeraufenthalt interessant. So weilte der Direktor der Leipziger Kunstakademie Adam Friedrich Oeser mit seiner Familie von 1760 bis 1770 sommers in einem der HĂ€user der Gutsbesitzer Winckler, wo er zwischen 1766 und 1768 auch öfter vom jungen Goethe besucht wurde. 1771 bauten die Oesers in der Bornaischen Straße ein eigenes Haus. SpĂ€ter wurden auch große herrschaftliche Villen mit umgebenden Parks errichtet, so 1859 durch den Leipziger Kaufmann und Stadtrat Paul Bernhard Limburger nördlich von Dölitz auf dem ehemaligen Floßplatz und 1896 vom PelzhĂ€ndler und Stadtrat Friedrich Wilhelm Dodel sĂŒdlich der Helenenstraße. Da Limburger auch Mitglied des Direktoriums des Gewandhauses war, verkehrten bei ihm bekannte Musiker wie Johannes Brahms, Carl Reinecke und Arthur Nikisch.

1839 wurde Dölitz durch die SÀchsische Landgemeindeordnung von 1838 eine selbstverwaltete Gemeinde mit einem gewÀhlten Gemeinderat und unabhÀngig vom Rittergutsbesitzer. Dölitz lag bis 1856 im kursÀchsischen bzw. königlich-sÀchsischen Kreisamt Leipzig.cite-ref-5[5] Ab 1856 gehörte der Ort zum Gerichtsamt Leipzig II und ab 1875 zur Amtshauptmannschaft Leipzig.cite-ref-6[6]

Durch die Gewerbefreiheit entstanden ab etwa 1860 zahlreiche Handwerks- und andere Betriebe, insbesondere auch GĂ€rtnereien, die zum Teil heute noch existieren. Die BautĂ€tigkeit nahm zu. Die Gutsherrschaft richtete an der Bornaischen Straße eine bis 1910 existierende Ziegelei ein, die ihren Lehm von nördlich des Gutes ĂŒber eine um das Gut herumfĂŒhrende Feldbahn erhielt.

Um die Wende zum 20. Jahrhundert verstĂ€rkte sich durch den Aufschwung Leipzigs in den GrĂŒnderjahren auch der Wohnungsbau in Dölitz. Nachdem ab 1890 an der Bornaischen Straße die ersten „stĂ€dtischen MietshĂ€user“ errichtet worden waren, erschloss der Dölitzer ViehhĂ€ndler und Großfleischer Paul Giebner neue Gebiete fĂŒr den Wohnungsbau. GrĂŒnderzeithĂ€user entstanden unter anderem in der Giebner-, der Friederiken-, der BĂŒrger- und der Leinestraße. Trotzdem blieben bis heute zahlreiche Bauten aus dörflicher Zeit erhalten, wie die WohnstallhĂ€user Friederikenstraße 4 und Bornaische Straße 169.cite-ref-7[7] Allerdings sind sie aktuell (2022) in ihrem Bestand bedroht.

Da die Gemeinde die mit der Einwohnerzahl stark zunehmenden Infrastrukturaufgaben (Schulbetrieb, Trink- und Abwassernetz, Straßenbau) nicht mehr allein erfĂŒllen konnte, wurde Dölitz auf eigenen Wunsch 1910 nach Leipzig eingemeindet.

Dölitz als Stadtteil

Auch nach der Eingemeindung ging die BautĂ€tigkeit in Dölitz weiter. 1925/1926 wurde die an der Grenze zu Markkleeberg gelegene Straße Am Eichwinkel angelegt und in den Folgejahren bebaut. 1929–1931 entstanden an der Bornaischen Straße und an der Helenenstraße (Helenenhof) Wohnbauten auf dem ehemals Dodelschen ParkgelĂ€nde nach dem Bankrott des Dodelschen Pelzhandels. Nach dem Abriss der Dodelschen Villa im Jahre 1935 wurde auf dem GelĂ€nde ab 1939 ein Wohnheim mit Senioren-Kleinstwohnungen errichtet, das heutige stĂ€dtische Altenpflegeheim Seniorenpark Dölitz.

Bereits 1899 war die Line D der Großen Leipziger Straßenbahn bis nach Dölitz verlĂ€ngert worden. 1912/1913 wurde das Dölitzer Straßenbahndepot erweitert. Neben dem bisherigen Holzbau entstand eine 100 Meter lange zehngleisige Stahlbetonhalle, und ab 1915 wurde der Linienverkehr, der bis dahin vorher endete, bis zum Straßenbahndepot aufgenommen und 1928 bis Markkleeberg weitergefĂŒhrt.

Nach Probebohrungen seit 1894, Förderschachtabteufungen und ober- und untertĂ€gigem Ausbau der Anlagen wurde 1905 die industrielle Braunkohleförderung in der im nordöstlichen Teil von Dölitz gelegenen Schachtanlage aufgenommen. Der Hauptabnehmer der Kohle war ab 1910 das neue ElektrizitĂ€tswerk SĂŒd in LĂ¶ĂŸnig. 1917 wurde die Grube Eigenbetrieb der Leipziger Stadtwerke. In den 20er Jahren wurden Erweiterungen und technische Verbesserungen vorgenommen. 1927 wurde der Personentransport im Förderkorb eingefĂŒhrt, so dass die Kumpel die 70 Meter Schachttiefe nicht mehr ĂŒber Leitern bewĂ€ltigen mussten. Ab 1927 wurde die Kohle von der Grube zum Kraftwerk mit einer Seilbahn transportiert, deren Betrieb aber bereits nach einem Jahr wegen Umweltverschmutzung eingestellt werden musste. Die Kohleförderung wurde bis 1959 betrieben. Danach wurden die Übertageanlagen vom Institut fĂŒr Bergbausicherheit genutzt. Nach 1990 wechselten sich zahlreiche Nutzer ab. Jetzt dient ein Großteil des GelĂ€ndes dem Technologie- und Berufsbildungszentrum Leipzig.

Im Zweiten Weltkrieg kam es in Dölitz, abgesehen von Einzelverlusten an GebĂ€uden durch Brandbomben und Luftminen, zu keinen großflĂ€chigen SchĂ€den. Leider wurden große Teile des Oeser-Hauses zerstört und das Schloss schwer beschĂ€digt.

1952/1953 wurde die seit 1946 in Markkleeberg stattfindende Gartenbauausstellung zur Landwirtschaftsausstellung der DDR (ab 1966 agra Markkleeberg) erweitert und dazu vor allem Dölitzer Flur östlich der MĂŒhlpleiße in Anspruch genommen sowie gegenĂŒber dem Straßenbahndepot ein neuer Haupteingang geschaffen. Im agra-Park entstand 1956 die an die klassizistische Kurarchitektur angelehnte, konkav gestaltete ParkgaststĂ€tte mit Kolonnade und Terrasse. Von 1966 bis 1972 wurde wegen des Braunkohletagebaus Espenhain die Pleiße von Großdeuben bis ins agra-GelĂ€nde verlegt und begradigt und ĂŒber dem ParkgelĂ€nde die neue Hochstraße F2/95 errichtet.

Von 1975 bis 1984 entstand auf den ehemaligen Bruchfeldern des Braunkohlenschachtes Dölitz der zum Teil auch auf Dölitzer Flur gelegene Erholungspark LĂ¶ĂŸnig-Dölitz.

Bevölkerung

Angaben sind ab 2000 nur fĂŒr den gesamten Ortsteil Dölitz-Dösen verfĂŒgbar.

| Jahr [ 2 ] | Dölitz | | Jahr [ 8 ] | Dölitz-Dösen |
|---|---|---|---|---|
| 1550 | etwa 200 | | 2000 | 4.288 |
| 1826 | 0 550 | | 2005 | 3.850 |
| 1834 | 0 880 | | 2010 | 4.053 |
| 1858 | 1.278 | | 2015 | 4.734 |
| 1880 | 1.516 | | 2020 | 4.647 |
| 1910 | 2.789 | | 2024 | 4.874 |
| 1925 | 3.368 | | | |

Stand: 31.12. des jeweiligen Jahres

Politik

Siehe auch

:

Dölitz-Dösen#Politik

SehenswĂŒrdigkeiten

‱ Torhaus Dölitz

Das Torhaus Dölitz ist der Rest der ehemaligen Schlossanlage aus dem 17. Jahrhundert. Am renovierten Bau sind Spuren der KĂ€mpfe (Kanonenkugeln) aus der Völkerschlacht bei Leipzig erhalten. Das Haus beherbergt eine Zinnfigurenausstellung mit dem Schwerpunkt der Befreiungskriege gegen Napoleon. 40 Dioramen der Dauerausstellung, von denen das grĂ¶ĂŸte allein 12.000 Figuren umfasst, sind diesem Thema gewidmet. Dazu kommen ĂŒber zehn kulturhistorische und stadtgeschichtliche Dioramen.cite-ref-9[9] Hinter dem Torhaus befinden sich Gedenksteine und Schrifttafeln zur Erinnerung an die Völkerschlacht.

‱ Kriegerdenkmal

Das Ehrenmal auf dem Platz vor dem Torhaus wurde 1894 vom Königlich SÀchsischen MilitÀr-Verein Dölitz anlÀsslich seines 25-jÀhrigen Bestehens und zum Gedenken zweier Gefallener im Deutsch-Französischen Krieg errichtet.

‱ WassermĂŒhle Dölitz

Die Dölitzer WassermĂŒhle ist die einzige noch erhaltene WassermĂŒhle im Stadtgebiet Leipzigs. Im Laufe ihrer Geschichte wurde sie nach BeschĂ€digungen und Zerstörungen mehrfach um- oder wieder aufgebaut. Ihr restauriertes Äußeres entspricht ihrem Wiederaufbau im Jahre 1814. Das historische Wasserrad wurde rekonstruiert und treibt seit 2006 einen Generator an, der bis zu fĂŒnf Kilowatt elektrischer Leistung ans öffentliche Energienetz abgibt. Das Hofensemble wird komplettiert durch rekonstruierte FachwerkhĂ€user aus dem Leipziger SĂŒdraum.

‱ agra-Park

Der agra-Park umfasst einen Großteil des GelĂ€ndes der ehemaligen Landwirtschaftsausstellung der DDR. Der östliche Parkteil mit der ParkgaststĂ€tte liegt auf Dölitzer Flur. Spazierwege, Blumenbeete, sowie die GaststĂ€tte SpreewaldschĂ€nke laden zur Erholung ein.

‱ Dölitzer MĂŒhlpleiße

Der im 13. Jahrhundert angelegte MĂŒhlgraben begrenzt den Agra-Park auf der östlichen Seite und fließt am Torhaus Dölitz vorbei. An der SpreewaldschĂ€nke beginnend zieht sich an ihm ein Vogellehrpfad entlang.

‱ Schacht Dölitz

Die Übertageanlagen des ehemaligen Schachtes sind das seit 1993 unter Denkmalschutz stehende letzte Zeugnis des bis 1959 betriebenen Braunkohlentiefbaus in Mitteldeutschland. In dem durch das Technologie- und Berufsbildungszentrum Leipzig genutzten GelĂ€nde sind die ĂŒbertĂ€gigen Schachtanlagenteile mit dem sanierten Maschinenhaus und der museal aufgebauten Dampfkesselanlage öffentlich zugĂ€nglich. Sie werden fĂŒr Ausstellungen, Veranstaltungen und FĂŒhrungen genutzt.

‱ Erholungsgebiet LĂ¶ĂŸnig-Dölitz

Das Erholungsgebiet LĂ¶ĂŸnig-Dölitz entstand in den 1980er Jahren auf dem Bergbaunutzungsgebiet des stillgelegten Braunkohletiefbaus Dölitz. Die bis dahin landwirtschaftlich genutzten FlĂ€chen enthalten ein ausgedehntes Fuß- und Radwegenetz durch großzĂŒgige WiesenrĂ€ume und kompakte Pflanzungen zu den unterschiedlichen Erlebnisbereichen mit Teichen und Spieleinrichtungen sowie einem Waldarboretum, einer Sammlung von BĂ€umen mit vorwiegend nordamerikanischen und nordasiatischen Gehölzen. Die GaststĂ€tte SchĂ€ferei erinnert an eine frĂŒhere Nutzung der Gegend.

‱ Biwak zum Jahrestag der Völkerschlacht

AlljĂ€hrlich werden an einem Wochenende im Oktober Kampfhandlungen der Völkerschlacht in OriginalkostĂŒmen nachgestellt. Ein Biwak-Lager befindet sich dann jeweils am Torhaus Dölitz.

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaft

Seit der Stilllegung des Braunkohlenschachtes existieren in Dölitz keine grĂ¶ĂŸeren Industriebetriebe mehr. Auf dem SchachtgelĂ€nde befindet sich das Technologie- und Berufsbildungszentrum Leipzigs. In den Ausstellungshallen des ehemaligen agra-GelĂ€ndes, dem agra-MessegelĂ€nde, finden in regelmĂ€ĂŸigen AbstĂ€nden TrödelmĂ€rkte, Veranstaltungen und andere kleinere Ausstellungen statt. Das GelĂ€nde ist auch Zentrum des an jedem Pfingstwochenende wiederkehrenden Wave-Gotik-Treffens.

Verkehr

Hauptverkehrsader in Dölitz ist die Bornaische Straße, die den Stadtteil in dem historisch entstandenen kurvenreichen Verlauf von Nord nach SĂŒd durchzieht und ihn mit der Innenstadt Leipzigs verbindet. Eine Bedeutung fĂŒr den Durchgangsverkehr in Ost-West-Richtung haben die Leinestraße und der Goethesteig.

Der Ort ist an das Straßenbahnnetz der Stadt Leipzig und des Umlandes angebunden. Die Linie 11 hat in Dölitz drei Haltestellen. Sie verkehrt in nördlicher Richtung ĂŒber den Leipziger Innenstadtring bis Schkeuditz und nach SĂŒden bis Markkleeberg-Ost, wo der Markkleeberger See leicht zu erreichen ist. Der Straßenbahnhof Dölitz ist einer der fĂŒnf Betriebshöfe der Leipziger Verkehrsbetriebe fĂŒr ihre Straßenbahnen, er beherbergt ZĂŒge der Linien 9, 10, 11 und 16.

Anschluss an das Autobahnnetz hat Dölitz ĂŒber die Anschlussstelle Leipzig-SĂŒd der A 38. Die vierspurige Schnellstraße B 2 mit der Dölitzer Abfahrt am Goethesteig verbindet die A 38 mit dem Leipziger Zentrum und bietet fĂŒr Dölitz damit schnelle Verbindungen nach beiden Richtungen.

Straßen

Ab etwa Mitte des 19. Jahrhunderts waren in Dölitz Straßennamen im Gebrauch. 1892 beschloss der Gemeinderat die EinfĂŒhrung offizieller Straßennamen, deren Zahl sich mit den Giebnerschen Erschließungen um die Jahrhundertwende wesentlich erweiterte. Nach der Eingemeindung nach Leipzig mussten Umbenennungen vorgenommen werden, um Doppelungen zu vermeiden. Umbenennungen erfolgten auch nach 1945 und nach Eingemeindungen nach 1990. Im Folgenden sind fĂŒr das Gebiet Dölitz gemĂ€ĂŸ der kommunalen Gliederung von 1992 die heutigen Bezeichnungen der Straßen, ihr Namensbezug und ihre Jahreszahlen zusammengestellt.cite-ref-im-3-1[3]

| Am Eichwinkel | nach einem alten FlurstĂŒck, seit 1925/1926 |
|---|---|
| An der MĂŒhlpleiße | fĂŒhrt zur MĂŒhle an der MĂŒhlpleiße, bis 1912 Kurze Straße |
| Bornaische Straße | Verlauf der frĂŒher ĂŒber Borna fĂŒhrenden Via imperii , 1950–1991 Fritz-Austel-Straße nach dem Antifaschisten Fritz Austel |
| BĂŒrgerstraße | nach Gottfried August BĂŒrger , bis 1912 Schillerstraße |
| Bei der KrĂ€henhĂŒtte | nach einer KrĂ€henjagdhĂŒtte sĂŒdlich der Leinestraße, seit 1940 |
| Eigenheimstraße | nach den 1929/1930 an ihr erbauten Eigenheimen |
| Floraweg | frĂŒher Gartenstraße nach den GĂ€rtnereien an der Straße |
| Friederikenstraße | nach Friederike Oeser, der Tochter Adam Oesers und Freundin Goethes, vor 1912 Hopfenberg, Neudörfchen, Probstheidaer Str. |
| Gersterstraße | nach Ottmar Gerster |
| Giebnerstraße | nach Paul Giebner, der die Entwicklung von Dölitz beförderte, seit 1898 |
| Goethesteig | vermutlich von Goethe bei seinen Besuchen in Dölitz benutzt, seit 1932 |
| Helenenstraße | nach dem Vornamen der frĂŒh verstorbenen Ehefrau des Dölitzer Stifters Dr. Haake, bis 1912 Wassergasse |
| Hentschelweg | nach dem um das Dölitzer Schulwesen verdienten Lehrer Franz Robert Hentschel (1859–1931), seit 1939 |
| Hermann-Schein-Str. | nach Johann Hermann Schein , Thomaskantor, seit 1925 |
| Im Dölitzer Holz | an gleichnamiges WaldstĂŒck am Goethesteig angrenzend |
| Immischweg | nach Horst Immisch (1925–2011), Dölitzer Ortschronist |
| Johann-Adolf-Straße | nach den Vornamen des Vaters von Paul Giebner, seit 1898 |
| Kuhnaustraße | nach Johann Kuhnau , dem VorgĂ€nger Bachs als Thomaskantor, seit 1925 |
| Leinestraße | nach dem Leinegraben , bis 1912 Dösener Straße |
| Matzelstraße | nach dem in Dölitzer Antifaschisten Herbert Matzel (1915–1943), bis 1968 Crostewitzstraße |
| Newtonstraße | nach Isaac Newton , bis 1912 König-Albert -Straße, bis 1950 Burchardstraße nach Graf Burchard (Ur-Wettiner) |
| Raschwitzer Straße | ehemalige Straße nach Raschwitz, jetzt Sackgasse |
| Vollhardtstraße | nach dem Dölitzer Gerichtsschöffen Gottlieb Vollhardt, bis 1912 MĂŒhlstraße |
| Wincklerstraße | nach den Dölitzer Gutsbesitzern, bis 1912 König-Georg -Straße |

Weblinks

Commons

: Dölitz

– Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

‱ Informationswebseite Mein Stadtteil der Stadt Leipzig fĂŒr Dölitz-Dösen
‱ Dölitz im Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen
‱ Dölitz. In: August Schumann: VollstĂ€ndiges Staats-, Post- und Zeitungslexikon von Sachsen. 1. Band. Schumann, Zwickau 1814, S. 642 f.
‱ Cornelius Gurlitt: Dölitz. In: Beschreibende Darstellung der Ă€lteren Bau- und KunstdenkmĂ€ler des Königreichs Sachsen. 16. Heft: Amtshauptmannschaft Leipzig (Leipzig Land). C. C. Meinhold, Dresden 1894, S. 10–15.

Einzelnachweise

cite-note-11. ↑ Inge Bily: Geographische Namen und ihre Bildung. In: Landschaften in Deutschland Online. Institut fĂŒr LĂ€nderkunde, Juni 2015, abgerufen am 23. Februar 2022.
cite-note-pl-22. ↑ Dölitz, eine historische und stĂ€dtebauliche Studie, PRO LEIPZIG, 2008
cite-note-im-33. ↑ Horst Immisch: Dölitz, Zur Geschichte eines Leipziger Vorortes, PRO LEIPZIG 2002, ISBN 3-936508-00-3
cite-note-hov-44. ↑ Digitales Historisches Ortsverzeichnis von Sachsen
cite-note-55. ↑ Karlheinz Blaschke, Uwe Ulrich JĂ€schke: KursĂ€chsischer Ämteratlas. Leipzig 2009, ISBN 978-3-937386-14-0; S. 60 f.
cite-note-66. ↑ Die Amtshauptmannschaft Leipzig im Gemeindeverzeichnis 1900. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfĂŒgbar) am 26. November 2024; abgerufen am 1. August 2025.
cite-note-77. ↑ Birk Engmann: Bedrohte Schönheit. WohnhĂ€user aus dörflicher Zeit. In: Kulturstiftung Leipzig. (Hrsg.): Leipziger BlĂ€tter. Band 80. Passage-Verlag, Leipzig, S. 74–75.
cite-note-81. Stadt Leipzig. Bevölkerungsbestand. In: statistik.leipzig.de. Abgerufen am 21. Januar 2025.
cite-note-99. ↑ Zinnfigurenausstellung im Torhaus

51.2902812.390545coordinatesKoordinaten: 51° 17â€Č N, 12° 23â€Č O